Holzkugeln drehen

Da Holzkugeln zu meinen bevorzugten Objekten gehören, meine Fertigkeiten krankheitsbedingt aber nachlassen, habe ich mich frühzeitig für den Gebrauch von Vorrichtungen entschieden.
In früheren Zeiten war die freihändige Herstellung einer Holzkugel Bestandteil der Prüfung für Drechsler. Für mich also kein Maßstab.
Kugeln mit der Vorrichtung zu drehen ist für mich persönlich eine schwierige Arbeit.Und jedes Mal, wenn mir ein Stück gelungen ist, freue ich mich, wie ein kleines Kind.

Nachdem ich eine Vorrichtung gebraucht kaufen konnte, ließ ich sie nach meinen Vorstellungen anpassen, und gleich für größere Kugeldurchmesser umbauen. Der größte der drei vorhandenen Schwenkarme ist 550 mm lang.
Der Vorteil dieser Konstruktion besteht in der Möglichkeit, Innenradien, und mit einer entsprechenden Erweiterung auch Ringe herzustellen. Der maximale erzielbare Kugeldurchmesser bewegt sich jetzt deutlich jenseits der 500 mm.
Für mich ist es wichtig, daß ich die Kugeldrehvorrichtung montieren oder entnehmen kann, während das Werkstück auf der Bank eingespannt ist. Das wird durch zwei Riegel mit Gewindebohrung ermöglicht, so daß man die Vorrichtung von oben in das Bankbett heben, bzw. herausnehmen kann. Beide Riegel werden mit Inbusschrauben von oben festgezogen.
Jetzt wurde die Vorrichtung nochmals überarbeitet. Im Lager war zu viel Spiel, so daß beim Drehen großer Stücke Vibrationen auftraten, die auch den Verschleiß der Schneidplatten und -stähle erhöhte. Zur Sicherheit wurde der große Schwenkarm mit Verstärkungen versehen, um auch von dieser Seite mögliche Schwingungen zu unterbinden. Die Kugeldrehvorrichtung arbeitet mit gerade stehendem Spitzstahl, Tassenstahl, oder mit Hartmetall-Wendeplatte.
Die Konstruktion finde ich von der Grundidee recht gelungen, jedoch im Original im Fußbereich unnötig kompliziert, und deshalb zu kostenaufwendig.
 | Schneidwerkzeuge für die Kugeldrehvorrichtung. Querschnitt der Aufnahme: 12 x 12 mm |
Der Umbau der Vorrichtung ist mit derartigen Veränderungen verbunden, daß eigentlich nur noch die Farbe an das Originalteil erinnert. Es gibt diese Konstruktion meines Wissens nach von einigen Herstellern.
 Modifizierte Kugeldrehvorrichtung mit mittlerem Schwenkarm
Bei dem Umbau wurde auf größtmöglichen herstellbaren Kugeldurchmesser geachtet. Ein Manko der serienmäßig angebotenen Kugeldrehvorrichtungen ist meiner Meinung nach der verschwenderische Umgang mit Spitzenhöhe.
 Umbau auf 400mm Spitzenhöhe, vorn Original Schwenkarm.
Was soll ich mit einer Vorrichtung anfangen, mit der ich auf einer Maschine mit beispielsweise 200 mm Spitzenhöhe nur 250er Kügelchen drehen kann?!
 Kugel zum Schleifen aufgespannt Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen.
 Bei bestimmten Arbeiten hat der schräg stehende Schneidstahl Vorteile.
 Verstärkter Schwenkarm und spielfrei überarbeitetes Lager.
 Mitnehmer für große Kugeln (Einzelanfertigung). |  |  |
| Zwei kleine Videos von der Herstellung einer 60cm Kugel in Eiche. |
|